Soundinterface für „digitale“ Betriebsarten

Um auch in Betriebsarten wie SSTV, PSK oder Packet Radio QRV zu sein benötigt man ein Soundinterface. Dieses Stellt im Einfachsten Fall eine 1-zu-1 Verbindung der Audioanschlüsse dar. Auch die PTT lässt sich mit einen Transistor über die COM-Schnittstelle steuern.

Ein einfaches Interface könnte zum Beispiel so aussehen:

Die Schaltung ist recht einfach aufgebaut:
Die Zwei Potis stellen einfache Spannungsteiler dar. Somit lässt sich der Pegel zum Beispiel für den MIC-In Optimal anpassen. Damit sich der Pegel auch richtig einstellen lässt empfehlen sich logarithmische Potis (Da die Lautstärke ja nicht linear ist).
Info: Zwischen Poti und Masse sollte noch ein kleiner Schutzwiederstand von ca. 20 Ohm eingelötet werden, da sonst bei Anschlag das Signal direkt auf Masse geschaltet wird.

Allerdings können bei dieser Schaltung Brummschleifen auftreten. Das äußert sich wie der Name schon sagt mit einen Brummen auf der Audioleitung. Das lässt sich durch eine Galvanische Trennung beheben. Dann schaut die Schaltung so aus:

 Die Grundidee für die Schaltung stammt von dieser Webseite. Alle Leitungen wurden entweder mit Optokoplern (Schaltsignal) oder mit 1:1 Übertragern (Audiosignal) getrennt. Am Besten eigenen sich NF-Übertrager mit 600 Ω Impedanz (Telefonübertrager).
Zusätzlich führt der Yaesu FT7800 noch einen Squelch-Signal hinaus (5V Squelch offen / 0V geschlossen).  Dieses Signal ist zum Beispiel dann Praktisch, wenn man mit diesen Interface ein kleinen FRN-Gateway aufbauen möchte. So kann man sich das Einstellen der PC-VOX getrost sparen und es deutlich weniger zu „Sprachabhackern“ nur weil die VOX kurzzeitig abfällt. Man muss dann nur noch den Squelch vom Funkgerät oder CTCSS bzw. DCS einstellen.

Auf PC-Seite wird der COM-Port dann über eine 9V Batterie geschaltet, da die Schnittstelle leider kein passenden Pin mit einer Stromversorgung zur Verfügung stellt.

Es fließen ca. 1mA Strom bei geöffneten und ca. 20µA bei geschlossenen Squelch. Die Batterie sollte demnach also seeehr lange halten.  Allerdings sind die Stöme schon fast wieder zu gering. Das liegt vor allem am PKS Ausgang  des Funkgerätes, welches maximal 1mA bei 5V herauslässt und so den Optokopler nicht Aussteuern kann. So hat der Fototransistor am Ausgang 1kΩ. Deswegen habe ich mir folgende Schaltung überlegt:

Nach einigen Tests konnte ich feststellen, das die RS232 auch noch bei 500µA angesteuert werden kann. Der Wiederstand in der Schnittstelle selbst beträgt 7kΩ bei einer „echten“ RS232 und 4k Ω bei einen Prolific-USB Adapter, welcher sich übrigens auch zum Steuern des Interface eignet. Die Schnittstelle lässt sich also auch ohne extra Transistor prima schalten.

Wer aber kein Squelch-Signal auf CTS benötigt, kann den oberen Opto, die 9V Batterie, 680 Ohm und den oberen 390 Ohm Wiederstand weglassen.

Zusammengebaut schaut das ganze inzwischen so aus:


Leider war der Platz auf Platine & Gehäuse etwas begrenzt. So musste ich einen Übertrager liegend einbauen und beim Ziehen der Leitungen etwas improvisieren. Nach einigen kleinen Nachbesserungen tut das Modul nun seinen Dienst ohne Probleme. Packet Radio über Paxon + AGWPE oder ARPS über UIview funktioniert.

DO6MST Martin, PFVF.de Team
Ein besonderes Dankeschön nochmal an Daniel, für das fertigen des Gehäuses!

 

Einige Steckerblegungen:

Ein Gedanke zu „Soundinterface für „digitale“ Betriebsarten

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