Philips PM 3212 Oszi

Alte Bewährte Technik: Philips PM 3212 Oszilloskop

Viele Leute bekommen schon vom bloßen Anblick eines Solchen Gerätes einen schock und treten denn Rückzug an. Immerhin kann ich die Leute gut verstehen, da ich vor wenigen Wochen auch noch zu dieser Gruppe gehört habe 🙂 Dabei ist das Prinzip relertiv einfach: eine (sich verändernde) Spannung wird in Form eines Strahles auf einen Bildschirm angezeigt. So was nennt man dann Oszillografen.

Der Kauf war allerdings alles Andere als geplant. Zum Kauf hat mich mehr oder weniger nur eine einfache PC-Simulation von virtuelles-oszilloskop.de bewegt. Da mir auch ein mal ein Bekannter geraten hatte ‚ich könnte mir ruhig mal so ein Gerät zulegen‘, hab ich mich nach reichlicher Überlegung zum Kauf eines bebrauchten Gerätes entschlossen. Der Spaß hatte mir gerade mal 90€ mit Versand gekostet (zum Vergleich: Conrad 10MHz Oszi für 149€). Nach einem Tag kam dann auch schon das Packet. Bekommen hatte ich ein etwas in die Jahre gekommenes 25MHz Oszilloskop, das nach Zigarettenqualm roch.

Dabei waren auch noch zwei Provisorische Prüfspitzen (netterweise ohne Maße) und ein Krokodilklemmen-Messkabel. Das ganze dürfte wohl für eine ganze Zeit lang reichen.

Wie man sieht ist die Schutzabdeckung an der einen Seite eingerissen. Nicht weiter schlimm an sich, da das eigentliche Gerät sonst kein Schaden aufweißt. Der Röhrenrahmen war das nächste Teil was aus Plastik und Kaputt war. Da ich grad mitten im Praktikum als Zerspannungsmechaniker war, hab ich den kaputten Rahmen abmontiert und durch eine selbstgefräste Plexiglasfront ersetzt. Da das Oszi vorne noch ein Paar M3 Gewinde besaß, hab ich die Front einfach mit vier Schrauben fest am Gerät geschraubt. Hält garantiert besser als die Alte Lösung, man muss nur mit den geringen Reflektionen leben 🙂

Technisch ist das Gerät auch unversehrt und funktioniert gut. Beim Schalten gegen Masse gibt es keine erwähnenswerten Fehlsignale. Nur auf der wirklich empfindlichsten Stufe kann man (wenn man man genau hinsieht) ein kleines
Netzschwanken erkennen.

Die Schalter sind leider schon ein wenig altersschwach und springen nicht immer beim Ersten mal an; verursachen des weiteren beim Drücken bzw. Drehen kurze Störsignale was vor allem an den alten Kontakten liegt. Da jedoch jeder Schalter seine Funktion noch erfüllt kann ich mich nicht beschweren. BNC-Buchsen sind auch nicht mehr die neusten, Funktionieren jedoch.

Mit diesen Messgerät kann man wie gesagt allerhand Signale messen:

Man kann das Oszi auch einfach mal an ein Radio anschließen und zuschauen wie sich die Signale so verhalten. Aus denn ganzen Geflimmer kann man schließen wie komplex unser Hören ist. Mir ist aufgefallen das Musik ein regelrechtes Wirwar an Wellen ergibt, das man jedoch bei Sprache (z.B. Nachrichten ohne Hintergrundmusik) schön geformte Wellen erkennt.

Am Rechner wurde das Gerät auch einmal betrieben. Das kam dabei heraus:

Hier sieht man schön meinen Prüfplatz. Das Oszilloskop wurde simplerweiße über ein Audiokabel mit der Soundkarte verbunden. Also keine sonderlich Große Sache. Mit der passenden Software kann man die Soundkarte in einen schönen Frequenzgenerator verwandeln und selbst Frequenzen aufzeichnen. Wer eine solche Software sucht wird dem Programm ‚Scope‘ bestimmt glücklich klick. Das Programm bietet viele Funktionen und ist für private Verwendung kostenlos.

Oben kann man erkennen das die Soundkarte fast perfekte Sinusformen generiert. Das ist deshalb so, da unser Gehör selbst kleinste Unförmigkeiten in Form von Blechen und schlechter Tonqualität bemerkt.

Im oberen Bild kann man das geringe Eigenrauschen der Soundkarte erkennen. Bei diesen ‚Rauschen‘ handelt es sich nach meiner Meinung um hochfrequente Einspeisungen von Prozessor und andere, da die Frequenz deutlich über 25MHz
liegt.

Zwei Videos über die X-Y Funktion hab ich ebenfalls noch gedreht. Durch einen Klick kann man sie ansehen:

Mit Dreiecksignalen:

Mit Sinussignalen:

Fazit: Wer gegen alte Geräte die nach Zigarettenqualm riechen oder die eine oder andere Macke haben, nichts hat, wird mit solchen Geräten glücklicher als mit Neuen, da hier der Preis stimmt. Das 80er Jahre Gerät hat einen äußerst robusten Eindruck gemacht und Funktioniert technisch einfach und lässt sich daher gut bedienen. Für alle die auf der Suche nach einen Einsteigergerät sind, sind gut bedient, genauso wie diejenigen die damit ein wenig professioneller Arbeiten. Angebote auf E-Bay vergleichen lohnt sich!

Bericht erstellt von Martin, Co. Admin

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