Ich teste das Garmin Etrex 30

Auf der suche nach einen kleinen & kompakten Orientierungswerkzeug für Zufuß, Rad und Motorrad bin ich über das Etrex 30 von Garmin gestolpert und habe es ein wenig getestet 😉

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Für den Kauf waren vor allem ausschlaggebend das dass Gerät mit AA-Akkus betrieben wird. Davon liegen hier noch 6 Stück herum, welche bisher vergebens auf eine Verwendung warten. Anderer schöner Nebeneffekt: man bekommt diese Batterien fast überall! Man kann einfach in der nächsten Tankstelle welche für paar Euro kaufen, was auf langen Touren sicher praktischer ist als Ersatz-LiIons mitzunehmen oder zu laden. Die Kondition mit 2 Akkus ist dabei als sehr gut zu bezeichnen. Im Durchschnitt sind ca. 14-16h Betrieb möglich. Die von Garmin angegebenen 25h sind übertrieben. Auch ist das Gerät Wasserdicht nach IPX7. So kann es Regen nichts anhaben und darf auch mal in Wasser fallen. Zum Schwimmen ist es allerdings nicht geeignet. Das helle Display sorgt in fast jeder Situation für gute Ablesbarkeit, was ein echter Vorteil gegenüber Smartphone und co. ist.

Bevor ich jedoch am Gerät etwas gemacht habe, habe ich zunächst ein Backup gemacht. Das Gerät wurde dazu als Speicher eingebunden und alle Dateien auf dem internen Speicher per 7Zip gesichert. Wer das Backup nicht mehr hat, wird hier weiter geholfen (Es muss noch die Gerätenummer in der GarminDevice.xml angepasst werden).  Danach folgte das Update auf die Firmwareversion 4.1 per Garmin Express. Unbedingt beachten: frische Batterien oder volle Akkus vor dem Update einlegen! Die v4.1 läuft bis jetzt ohne Probleme und stabil!

Das Gerät lässt sich einfach über OpenStreetMap mit Karten versorgen. So muss man sich nicht die teuren Garmin Topo Karten kaufen. Eine gute Zusammenstellung von Karten gibt es hier:  OSM Freizeitkarten. Wenn der Interne 1.7G Speicher nicht reicht, kann mit einer MicroSD nachgerüstet werden. Diese ist allerdings unter den Batterien etwas ungünstig aufgehoben.

Mir sind allerdings nicht nur positive Dinge aufgefallen: Im Zubehör ist außer einem USB-Kabel nichts mehr enthalten. Der einfache Fahrradhalter wäre bestimmt noch eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Die Anleitung, welche nur als PDF verfügbar ist, ist nicht besonders gut oder umfangreich beschrieben. Auch wird auf manche Funktionen gar nicht eingegangen und der Benutzer muss sich durch ausprobieren selbst helfen. Die Garantiezeit von gerade mal 1 Jahr ist auch etwas kurz und mit der Ersatzteilversorgung sieht es nicht so gut aus.

Eine etwas andere, aber wahrscheinlich der Batterielaufzeit geschuldete Sache, ist die lahme CPU. Das sorgt dafür das die Kartendarstellung ruckelt. In der 2D Kartenansicht ist dies noch akzeptabel und hinnehmbar, in der 3D Ansicht ist es dann schon ausgeprägter und störend. Die Routenberechnung auf Straße dauert ziemlich lange. Der Pieper, welcher auf eine Abbiegung hinweist und als Lautsprecherersatz dient, ist leider ziemlich leise. So kann man auch schon mal die Abbiegung verpassen.

Beim Geocaching ist mir die Genauigkeit im Wald aufgefallen. Diese schwankt im dicht bewaldeten Gebieten zwischen 4-15m und erschwert so das Finden des Caches. Mein S4 hat hier die Genauigkeit stabiler halten können. Nach dem der Cache gefunden wurde, möchte man diesen natürlich auch loggen. Das funktioniert über auch mit dem Etrex, aber leider lässt sich der eigene Log im Nachhinein nicht mehr am Gerät anzeigen. Dieser wird in einer separaten Datei geschrieben (geocache_visits.txt). Ein kleiner Textviewer in der Software hätte hier bestimmt gereicht. Per Joystick und Textfeld dauert die Eingabe auch ziemlich lange.

Fazit: Man merkt dem Etrex schon an, das es auf Energiesparen ausgelegt wurde und einen langsamen Prozessor verbaut hat. Allerdings ist das Gerät klein und handlich und eignet sich gut als Rad und Wandernavi. Das lichtstarke Display macht die Navigation zum Kinderspiel. Die Geocaching Funktionen, wie die Anzeige der Beschreibung und der Cache-Logs sind eine tolle Ergänzung. Als Strassennavi ist es nicht unbedingt geeignet und hat hier so seine Schwierigkeiten. Das Display könnte versenkt und so gegen Bruch besser geschützt sein (wie beim Geko). Nochmal die Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile:
– Klein und Handlich
– Spritzwassergeschützt
– 2x AA Batterien über all zu bekommen
– Läuft auch mit Akkus sehr gut
– Leuchtstarkes, gut lesbares Display
– Findet die Position sehr schnell
– empfindlicher GPS-Empfänger (Empfang teilweise auch in Gebäuden!)
– Anzeige von GPX-Daten und kann Geocaching-Informationen anzeigen
– Genug Speicher für Kartenmaterial und OSM-Karten (mSD-Slot)

Nachteile:
– so gut wie kein Zubehör und Anleitung ist nicht besonders gut
– langsame CPU, Routenberechnung und Kartendarstellung lahm
– fumelige Texteingabe mit Joystick
– Pieper zu leise
– lahmer USB 1.1
– Kein Verpolungsschutz der Batterien
– Displayglas nicht gegen Bruch geschützt
– Genauigkeit im Wald

Links:
Firmware Update: GarminExpress
OpenStreetMap Karten:  OSM Freizeitkarten   OSM Karten mit Routing
Tipps und weitere Links: NaviBoard Etrex   GPS maroufi

Ein Test am Motorrad wird noch folgen…

Martin, PFVF-Team

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